History

1926 gründete Pfarrer Schlamp mit 9 Jugendlichen in der alten Schule in der Kirchgasse den Ev. Bläserchor.

In der Kirchenchronik ist folgender Eintrag zu finden:

1926 – Jugendfest, Bläserchor-Gründung

Unsere Jugendvereinigung, die aus einem im Oktober gegründeten, aus neun jungen Burschen und dem Pfarrer als Leiter bestehenden Bläserchor und einer Schar junger Mädchen sich zusammensetzt, veranstaltete am 11. Oktober unter Mitwirkung des bestens bekannten Gustavsburger Bläserchors ein wohlgelungenes Erntedankfest und Paul-Gerhardt-Feier im Wirthweinschen Saal. Die Mädchen führten ein sehr schönes Paul-Gerhardt-Singspiel auf. Die Gustavsburger boten als Umrahmung prachtvolle Choralmusik u.a. klassische Stücke. Abends um 7.00 Uhr spielten sie noch einmal unter gewaltigem Menschenauflauf vor dem Kriegerdenkmal u.a. „Nun danket alle Gott“, „Ich hatt` einen Kameraden“ und einen Marsch. Dadurch bekam unser neugegründeter  Chor, den wir im Unterschied von dem bereits länger bestehenden der hiesigen Gemeinschaft “Bläserchor“ nennen, Auftrieb: Am Totensonntag trat er zum ersten Mal in einer Abendfeier mit 2 Chorälen auf. „Ringe recht“ und Christus, der ist mein Leben“ , die von der Gemeinde andächtig hingenommen wurden.

Der Anfang einer langen Geschichte begann und der Schwerpunkt der Tätigkeit lag in der Kirche, obwohl auch einige Märsche im Repertoire waren.

In den Jahren 1940 bis 1947 ruhte der Übungsbetrieb und es erfolgten keine Auftritte – die Zeitgeschichte forderte ihre Opfer.

In den  Jahren 1947 – 1949  begann der schwierige Wiederanfang. Viele junge Männer fingen mit Enthusiasmus an, es waren mitunter sogar ca. 30 Bläser. Die Gemeinde Biebesheim ermöglichte es durch eine Spende, dass die Instrumente wieder professionell in Ordnung gebracht wurden. Die  Musikhäuser Glassl (Nauheim) und  Crusius (Darmstadt) übernahmen  hier die Arbeiten. Trotzdem ist dieser zweite Neuanfang glücklich verlaufen, was die Tatsache des 75-jährigen Chorjubiläums eindrucksvoll verdeutlicht.

Arbeitsschwerpunkt des Ev. Bläserchores war und ist immer der kirchliche Auftrag, die Zugehörigkeit zur Evangelischen Kirche ist wie eine Art Heimatgefühl..

Im Biebesheimer Gotteshaus ist der Chor an  folgenden Festtagen turnusmäßig zu hören: Weihnachten, Silvester, Ostern, Konfirmation, Goldene Konfirmation,  Pfingsten,  Erntedankfest, Volkstrauertag. Darüber hinaus spielt der er noch bei Andachten,  Trauungen, Gedenkfeiern und Trauerfeiern.

Einige besondere kirchliche Veranstaltungen mit Bläserchorbeteiligung sollen hier erwähnt werden:

·      Weil die evangelische Kirche renoviert wurde, fanden viele Gottesdienste 1976/77 in der Rheinhalle statt, oft mit Rekordbesucherzahlen z.B. anlässlich der Konfirmation.

·      Unter dem Pfarrer-Ehepaar Standhartinger wurden die „Gottesdienste im Grünen“ initiiert, die  heute ein fester Bestandteil des kirchlichen Lebens sind.

·      Meist zusammen mit dem Ev. Kirchenchor und/oder  Männergesangverein Biebesheim finden im Advent Kirchenkonzerte statt, zu denen der Ev. Bläserchor seinen musikalischen Beitrag leistet.

Dass der Chor seine Musikalität auch in Kirchen anderer Gemeinden unter Beweis stellt ist selbstverständlich.

Bei den schon traditionellen Pfarrfesten übernimmt der Ev. Bläserchor auch seinen Teil, insbesondere natürlich beim Frühschoppen.

Neben den  kirchlichen Aufgaben  sieht sich der Ev. Bläserchor auch vielfältigen anderen musikalischen Bereichen verpflichtet. Es wird bei Festkommersabenden genauso gern gespielt wie bei Frühschoppen, Platzkonzerten oder Einweihungen div. Einrichtungen (Rheinhalle, Auktionshalle, Kindergarten u.v.a.m). Besuchergruppen  aus den Partnergemeinden werden mit den Nationalhymnen begrüßt und auch  bei Vereinsjubiläen  wird der Bläserchor gerne engagiert. Viele Stunden ehrenamtlichen Tuns zum Wohle der Allgemeinheit. Dass hierzu natürlich das nötige Repertoire angeschafft und eingeübt werden muss, versteht sich von selbst. Nicht nur ein harmonisches Klangbild ist für den Ev. Bläserchor charakteristisch, vielmehr zeigen sich die Chormitglieder auch durch eine einheitliche Chorkleidung seit 1973 als Gemeinschaft.

 

Interessant ist festzustellen, dass der Ev. Bläserchor trotz seiner  musikalischen Zweigleisigkeit immer eine Einheit geblieben ist, Abspaltungsbewegungen oder die Gründung eines eingetragenen Vereins mit klaren Statuten fanden nicht statt. Der Chor hat bis heute keine Satzung oder eine schriftliche Grundlage seiner Arbeit;  es gab lange Zeit keinen Vorstand und keine Ausschüsse. Lediglich ein gewählter Chorobmann stand an der Spitze des Chores.  Die gesamte  Chortätigkeit kann eigentlich als basisdemokratisch bezeichnet werden. Ob und wie man auftreten kann, welche Musikstücke gespielt werden oder wann und wohin der Familienausflug stattfindet, dies wird in der Pause bei der wöchentlichen Probe erörtert und quasi beschlossen. In der am Jahresanfang stattfindenden „Chorprobe ohne Instrumente“ werden die größeren Punkte abgearbeitet.

Und das ist das Phänomenale an dem Ev. Bläserchor: Dieses System funktioniert. Die Gemeinschaft zeichnet den Chor aus, und das schon 86 Jahre.  Nur durch gemeinsame Anstrengungen  kann ein gutes Klangbild präsentiert werden, und daran haben alle Musikerinnen und Musiker ihren Anteil, egal welches Instrument gespielt wird. Jeder Einzelne ordnet sich als Individualist dem gemeinsamen Ziel unter und leistet seinen Beitrag.  Alt und Jung musizieren miteinander und  jeder gibt sein  Bestes für die gemeinsame